Strahlende Sonnen im Frühjahr - der Huflattich

„Filius ante patrem“ (Sohn vor dem Vater) wurde diese Pflanze im Mittelalter genannt und deutet auf deren Besonderheit hin, dass zuallererst die Blüten aus dem Boden schießen bevor sich dann langsam die Blätter entwickeln. Auch im Rieselfeld können wir im Frühjahr einige dieser gelben sonnenähnlichen Blüten entdecken, die ihre Köpfe an einem schuppenartigem Stengel emporstrecken und das Sonnenhalbjahr einläuten. Später finden wir an diesen Stellen statt dessen die hufeisenförmigen Blätter, die markanterweise von einem weißlichen Haarfilz bedeckt sind und große Ausmaße annehmen können. Der botanische Name Tussilago farfare verrät uns die Heilwirkung des Huflattichs: Tussilago bedeutet „den Husten vertreiben“ ( farfare heißt „Mehl“ und meint damit den Haarfilz). So wird dieses Heilkraut schon seit Jahrhunderten zur Linderung und Heilung von Atemwegserkrankungen eingesetzt und die Blätter werden sogar als Tabakersatz empfohlen, damit sich die durchs Rauchen beschädigten Schleimhäute wieder etwas regenerieren und Schadstoffe leichter aus der Lunge ausgestoßen werden können. Als Tee wiederum legt der Huflattich durch seine Schleimstoffe eine hauchdünne Schutzschicht auf entzündete Schleimhäute und wirkt somit reizmildernd und heilungsfördernd. Außerdem erleichtert er das Abhusten und stärkt die Muskulatur unserer Bronchien. Doch auch auf unser Gemüt wirkt die sonnengelbe Blüte, denn als Lichtblume öffnet sie unseren Geist für die Frühlingssonne und so sollten wir ihren Anblick in diesen Tagen ganz besonders genießen und uns hin und wieder zu dieser freundlichen Rieselfeldbewohnerin herunterbeugen...

Erschienen: 
1. März 2001
Erschienen in: 
Stadtteilzeitung Rieselfeld