KNOBLAUCH

Knoblauch ist eine der ältesten Heilpflanzen der Welt. Schon die alten Ägypter, Griechen, Römer und sogar Inder und Chinesen schätzten und nutzten die Heilkräfte des Knoblauch (Allium sativum). In Europa ist er seit dem Mittelalter als Heilmittel bekannt, wo er vor allem in Klostergärten als Mittel gegen infektiöse Seuchen angebaut wurde. Es sei auch erwähnt, dass der römische Dichter Vergil Knoblauch zur Verringerung von Stress und Steigerung von Potenz empfahl.

Inhaltsstoffe und Wirkung
Diese Wirkung ist keine Männerphantasie, sondern wissenschaftlich belegt, die Sexualhormone im Knoblauch sind nachgewiesen und noch jede Menge weitere Stoffe und deren heilsame Wirkung auch.
So erweitern die schwefelhaltigen Inhaltsstoffe die Blutgefäße und verbessern die Durchblutung. Nachgewiesen ist auch, dass Knoblauch den Fibrinogenspiegel senkt und dadurch die Blutgerinnung gehemmt. Außerdem hindert er Blutplättchen daran, zu einem Blutpfropf (Thrombus) zu vernetzen. Knoblauch wirkt damit vorbeugend gegen Arteriosklerose und Herzinfarkt, auch durch den Inhaltsstoff Adenosin, der Blutdruck, Hormonsystem und Kreislauf günstig beeinflusst.
Die im Knoblauch enthaltenen Saponine schützen vor allem vor Pilzbefall und Infektionskrankheiten, die durch Parasiten übertragen werden.
Für die meisten der gesundheitsfördernden Wirkungen des Knoblauchs ist Allicin verantwortlich, dem die Pflanze auch den berüchtigten intensiven Geruch verdankt.
Vor allem im Bereich der Bekämpfung von gesundheitsschädlichen Mikroorganismen scheint Allicin eine große Zukunft zu haben. Gegen Antibiotika können Bakterien Resistenzen entwickeln, gegen Allicin kaum, da sie dazu gleichzeitig Enzyme zerstören müssten, die sie zum Überleben brauchen – d.h. vereinfacht ausgedrückt, Bakterien würden sich bei dem Versuch, Resistenzen gegen Allicin zu bilden, sozusagen selbst zerstören.

Diese antibiotische Wirkung von Knoblauch ist vielseitig nutzbar:
Schon eine mittlere Dosis von 3 Gramm roh gegessenem Knoblauch täglich wirkt gegen zahlreiche krankmachende Darmbakterien und unterstützt die Behandlung einer Helicobacter pylori-Infektion, Ursache vieler Magengeschwüre.

Äußere Anwendung

Mundhygiene: Bei Zahnfleischentzündungen und zur Vorbeugung von Parodontose ein Scheibchen rohen Knoblauch oder eine zerdrückte Zehe auf die betreffende Stelle auftragen.

Wunddesinfektion: Haben Sie sich beim Knoblauch schälen in den Finger geschnitten? Wenn Sie auf die Schnelle kein Wundspray zur Hand haben: roher Knoblauch wirkt antiseptisch.

Warzen lässt Knoblauch verschwinden, indem regelmäßig ausschließlich auf die Warze ein Scheibchen Knoblauchzehe über Nacht befestigt wird (Haut drum herum z.B. mit Pflaster schützen!).

Bei Vaginalinfektionen, besonders mit Pilzen, kann eine Zehe als natürliches Scheidenzäpfchen eingeführt werden. Um die empfindliche Schleimhaut nicht zu reizen, die Knoblauchzehe nur schälen, aber nicht einschneiden.

Bei Fußpilzbefall schält man frischen Knoblauch und reibt die befallenen Stellen damit ein; diese Behandlung wird zwei mal pro Tag vorgenommen. Die Behandlung wird solange fortgesetzt, bis der Fußpilz nicht mehr sichtbar ist. Um einem erneuten Befall vorzubeugen, kann man die Knoblauch-Einreibung zwei mal pro Woche anwenden.
Eine weitere mögliche Anwendung gegen Fußpilz ist die mit Knoblauchöl: einige zerdrückte Knoblauchzehen ein bis drei Tage lang (besser aber noch länger) in Olivenöl ziehen lassen, danach abseihen und das so gewonnene Knoblauchöl mit einem Wattebausch oder -stäbchen zweimal täglich auf die betroffenen Stellen zwischen den Zehen tupfen.

Ohne Geruch keine Wirkung!
Viele Menschen mögen den Geruch nicht, doch gerade der „Duft“ des Knoblauchs ist kennzeichnend für seine Wirkung, denn im rohen Knoblauch sind die meisten heilkräftigen Wirkstoffe enthalten. Je weniger wir riechen, z.B. nach dem Erhitzen, desto weniger heilkräftig ist die Knolle. Dies gilt auch für Knoblauchpillen, deren Hauptinhaltsstoff das ätherische Öl des Knoblauch ist. Bei der Gewinnung des ätherischen Knoblauchöls durch Wasserdampfdestillation werden viele Inhaltsstoffe zersetzt.

Knoblauchpulver kann nicht nur als Gewürz verwendet werden, sondern bei Hunden und Pferden dem Futter beigegeben Zecken und anderes Ungeziefer fern halten! Gleichzeitig dient es zur Appetitanregung bei schwächlichen Tieren.
Dosis: 1 Teelöffel pro Tag  pro 10 kg Gewicht des Tieres.

Konservierungs-Alternative: Wenn Sie geschälte und klein geschnittene Knoblauchzehen etwa 6 Wochen in Öl ( z.B. Maisöl, Weizenkeimöl, Olivenöl) einlegen, gehen die Inhaltsstoffe bis auf die wasserlöslichen in das Öl über.
Knoblauchöl kann innerlich und äußerlich (s.o. Äußerliche Anwendung bei Fußpilz) angewendet werden.

Knoblauch als Jungbrunnen
Es ist bekannt, dass Menschen, die viel rohen Knoblauch essen, besonders alt werden. So war die Lieblingsspeise von Jeanne Calment, die am 4.8.1998 mit 122 Jahren verstarb, die französische Knoblauchmayonnaise Aioli. Die Heilkraft des Knoblauch kannten offensichtlich schon die alten Tibeter. Im Jahr 1972 veröffentlichte die Unesco ein Rezept, das in Tibet gefunden worden war und dessen Alter auf sechs- bis siebentausend Jahre geschätzt wird. Es enthält die Rezeptur für einen Verjüngungstrank und die Erläuterung seiner Wirkung mit dem Hinweis, die Tinktur aufgrund ihrer intensiven Wirkung nur alle 5 Jahre zu sich zu nehmen.....!

Rezept: Tibetischer Verjüngungstrank
350 g Knoblauch schälen, fein zerdrücken oder mixen und in ein Gefäß geben. Dieses wird mit 250 g 90%igen Alkohol übergossen. Das Gefäß fest verschließen und 10 Tage an einem dunklen und kühlen Ort aufbewahren. Danach wird alles durch ein festes Tuch abgeseiht.
Einnahme-Anleitung
Nach 2 bis 3 Tagen kann mit der Einnahme begonnen werden.
Einnahme: mit einem Tropfen beginnen, bei jeder Mahlzeit einen Tropfen mehr bis zu 16 Tropfen, dann wieder bei jeder Mahlzeit einen Tropfen weniger einnehmen. Abschließend alle weiteren Tage 3 x 25 Tropfen einnehmen, bis die Tinktur verbraucht ist.
Wichtiger Hinweis: Es wird empfohlen, diese Kur aufgrund der intensiven Wirkung erst nach 5 Jahren zu wiederholen.

Wirkung
Diese Tinktur löst im Organismus die abgelagerten Blutfette und angesetzten Kalk auf, verbessert den Stoffwechsel und macht die Blutgefäße elastischer. Sie wirkt vorbeugend gegen Bluthochdruck, Herzinfarkt, Arterienverkalkung und damit verbundene Kopfschmerzen oder Augenprobleme. Beim Einhalten des Rezeptes soll der Organismus um ungefähr 16 Jahre verjüngt werden.

Gegenanzeigen: Die Inhaltstoffe des Knoblauch gehen in die Muttermilch über und können zu Blähungen beim Säugling führen. Während Schwangerschaft und Stillzeit deshalb Vorsicht mit Knoblauch. Wie bereits erwähnt( s.o. Inhaltsstoffe und Wirkung) können Knoblauch und Zubereitungen daraus die Blutgerinnung hemmen - große Mengen können deshalb das Risiko postoperativer Blutungen erhöhen. Personen, die blutgerinnungshemmende Mittel einnehmen müssen, sollten deshalb einen Facharzt zu Rate ziehen.
Außerdem hat sich herausgestellt, dass HIV-Medikation schlechter vertragen und in der Wirkung abgeschwächt wird.

 

Sendung am: 
7. Januar 2010
In der Sendung: 
Kaffee oder Tee